Frankfurt, 19.03.2026 – Nach vielen Jahren an der Spitze des Arbeitskreises Jodmangel e. V. (AKJ) gibt Prof. Dr. Roland Gärtner zum 01. April den Vorsitz ab. Sein Nachfolger wird Dr. Klaus-Peter Liesenkötter. Der Kinderendokrinologe aus Berlin gehört dem wissenschaftlichen Beirat des Vereins bereits seit 2018 an. Die Mission des AKJ bleibt aber unverändert und relevant: Der Einsatz für eine ausreichende Jodversorgung in Deutschland. „In den vergangenen Jahrzehnten konnten wir wichtige Impulse in der öffentlichen und fachlichen Diskussion zur Jodversorgung setzen. Dazu zählen sicherlich, dass der Jodgehalt im Speisesalz auf das heutige Niveau erhöht und die Verwendung von Jodsalz im Haushalt, in der Gastronomie und in der Lebensmittelherstellung ermöglicht wurde. Dennoch beobachten wir ein deutliches Jodmangelrisiko in weiten Teilen der Bevölkerung und einen besorgniserregenden Negativtrend“, erklärt Prof. Gärtner. „Deshalb bin ich sehr froh, dass wir mit Klaus-Peter Liesenkötter einen neuen Vorsitzenden haben, der die Ziele des Arbeitskreises weiter vorantreiben wird.“
Studiendaten wie des Robert Koch-Instituts zeigen den deutlichen Handlungsbedarf. In Deutschland weisen rund 32 Prozent der Erwachsenen und 44 Prozent der Kinder und Jugendlichen ein erhöhtes Jodmangelrisiko auf. „Deutschland ist ein Jodmangelgebiet. Seit etwa 2018 hat die Jodversorgung ein gemäß WHO-Kriterien mittleres Jodmangelniveau erreicht und damit potenziell schwerwiegende gesundheitliche Folgen, insbesondere in Schwangerschaft und Kindheit. Die Sicherstellung einer ausreichenden Jodversorgung bleibt deshalb eine zentrale Aufgabe der Präventions- und Gesundheitspolitik“, betont Dr. Liesenkötter. „Vor diesem Hintergrund wird der Arbeitskreis mithilfe seines Beirates aus 13 Expertinnen und Experten aus verschiedenen medizinischen Fachrichtungen seine wissenschaftliche Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit mit Nachdruck fortführen. Es freut mich sehr, dass uns Herr Prof. Gärtner auch weiterhin mit seinem außerordentlichen Engagement und seiner Expertise unterstützt.“
Kontinuität und Dialog als zentrale Bausteine
Neben konkreten Fortschritten in der Jodmangelprophylaxe hat insbesondere der kontinuierliche Austausch mit wissenschaftlichen Institutionen, der Lebensmittelindustrie, dem Lebensmittelhandwerk sowie mit Medien und Politik dazu beigetragen, das Bewusstsein für die Bedeutung von Jod für die Gesundheit zu stärken. „Es war immer ein zentrales Anliegen des Arbeitskreises, wissenschaftliche Erkenntnisse in die gesundheitspolitische Diskussion einzubringen und so langfristig zu einer besseren Jodversorgung beizutragen“, sagt Prof. Gärtner. Daran möchte auch Dr. Liesenkötter anknüpfen und fasst die zentralen Forderungen des Arbeitskreises zusammen: „Wir benötigen eine Erhöhung des Jodierungsgrades im Speisesalz, eine deutlich stärkere Nutzung von Jodsalz in der Lebensmittelherstellung und den Aufbau verlässlicher Monitoring- und Kontrollstrukturen sowie Informationskampagnen. Langfristig sollte das Ziel eine universelle Salzjodierung gemäß der Weltgesundheitsorganisation und nach dem Prinzip ‚Wenn Salz, dann Jodsalz‘ sein.“ Dabei wird Dr. Liesenkötter auch weiterhin vom Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Thomas Remer als 2. Vorsitzenden unterstützt. Dieser bestätigt, dass die evidenzbasierte Aufklärung über die gesundheitliche Bedeutung von Jod sowie strukturelle Maßnahmen zur langfristigen Sicherstellung einer adäquaten Versorgung der Bevölkerung besondere Schwerpunkte bleiben.
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