Der AKJ
Der Arbeitskreis Jodmangel e. V. (AKJ) ist ein gemeinnütziger Verein, der sich aktiv für die Verbesserung der Jodversorgung in Deutschland einsetzt. Er wurde im Jahr 1984 durch Präsidiumsmitglieder der Sektion Schilddrüse der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gegründet. Seitdem klärt der AKJ über die Bedeutung der bedarfsgerechten Jodversorgung auf und hat das Ziel, das Bewusstsein für eine effektive Jodmangelprophylaxe und die Schilddrüsengesundheit zu stärken.
Der Arbeitskreis besteht aus einem Zusammenschluss von 13 interdisziplinären, wissenschaftlichen Beiratsmitgliedern. Sie repräsentieren verschiedene medizinische Fachrichtungen (Endokrinologie, Nuklearmedizin, Gynäkologie, Pädiatrie) und Disziplinen wie Epidemiologie, Ernährungswissenschaften, Agrarwissenschaften, Lebensmittelforschung, Kinderernährung, Pharmakologie oder Toxikologie.
Gemeinsam arbeiten die ehrenamtlichen Beiratsmitglieder daran, durch intensive Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit sowie die Bereitstellung von Servicematerialien für Fachkreise und Endverbraucher komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich zu vermitteln und somit einen bedeutenden Beitrag zur Sensibilisierung für das Thema zu leisten und die Ziele des AKJ zu erreichen.
Ziele des Vereins
Die Ergebnisse aktueller Studien, darunter die „KiGGS Welle 2“-Studie des Robert Koch-Instituts (RKI), zeigen deutlich, dass die Jodzufuhr in Deutschland bei weitem nicht optimal und sogar rückläufig ist. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung insbesondere Kinder, Jugendliche und Frauen im gebärfähigen Alter besitzen ein erhöhtes Jodmangelrisiko. Mit seiner Arbeit verfolgt der AKJ folgende Ziele:
Jodversorgung in Deutschland verbessern
- Schritte und Maßnahmen zur Reduzierung des Jodmangels aufzeigen und fördern
- Zur Minimierung von Gesundheitsrisiken durch eine verbesserte Jodversorgung beitragen
Aufklärung und Problembewusstsein fördern
- Bedeutung von Jod für die körperliche und neuronale Entwicklung betonen, insbesondere während der Schwangerschaft, Stillzeit und im Kindesalter
- Risikogruppen für einen Jodmangel sowie die allgemeine Bevölkerung informieren
Kooperationen mit Fachkreisen und Behörden stärken
- Austausch mit medizinischen Fachgesellschaften, Berufsverbänden und weiteren Multiplikatoren intensivieren
- Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Gesundheitswesen, Behörden und politischen Entscheidungsträgern stärken
Lebensmittelwirtschaft einbinden
- Das lebensmittelproduzierende Gewerbe für die Verwendung von jodiertem Speisesalz bzw. die Jodanreicherung sensibilisieren
- Maßnahmen zur nachhaltigen Integration von Jod in Nahrungsmitteln fördern
Nachhaltige Lösungsansätze mitgestalten
- Hindernisse für eine ausreichende Jodversorgung identifizieren und abbauen
- Langfristige Strategien für eine ausreichende Jodversorgung unterstützen
Positionen des Vereins
Um diese Ziele und somit eine effektive Jodmangelprävention zu erreichen, fordert der AKJ:
- Intensive Aufklärungsarbeit, besonders für Frauen im gebärfähigen Alter, Schwangere und Stillende
- Gesundheitspolitische Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherstellung einer ausreichenden Jodversorgung
- Einführung einer universellen Salzjodierung nach WHO-Empfehlungen
- Einheitliche Regelungen innerhalb der EU zur Jodanreicherung von Lebensmitteln
- Harmonisierung von lebensmittelrechtlichen Vorschriften
- Aufbau effektiver Kontrollsysteme und Jod-Monitorings
- Abbau von Handelshemmnissen im europäischen Binnenmarkt
- Überprüfung der Deklarationspflicht von jodiertem Speisesalz
Diese Punkte sind entscheidend, um eine angemessene Jodversorgung in der Bevölkerung sicherzustellen und die Gesundheit nachhaltig zu fördern.
Wissenschaftlicher Beirat
Der Arbeitskreis Jodmangel e.V. wird von 13 aktiven ehrenamtlichen Beiratsmitgliedern unterstützt.
Beiratsmitglieder
- PD Dr. Ute Alexy, Dortmund
- Prof. Dr. Jörg Bojunga, Frankfurt am Main
- Dr. Christina Breidenassel, Bonn
- Prof. Dr. Joachim Feldkamp, Bielefeld
- Prof. Dr. Roland Gärtner, München (Vorsitzender)
- Prof. Dr. Anna Kipp, Jena
- Dr. Burkhard Lawrenz, Arnsberg
- Dr. Klaus-Peter Liesenkötter, Berlin
- Prof. Dr. Thomas Remer, Dortmund (stellvertr. Vorsitzender)
- PD Dr. Simone Schenke, Lollar
- Michael Thamm, Berlin
- Dr. Frank Thieme, Freyburg
- Prof. Dr. Henry Völzke, Greifswald
Ehrenmitglieder
- Prof. Dr. Olaf Adam, München
- Prof. Dr. Christian A. Barth, München
- Prof. Dr. Karlheinz Bauch, Chemnitz
- Prof. Dr. Heinz. G. Bohnet, Hamburg
- Dr. Klaus Doubek, Wiesbaden
- Prof. Dr. Rolf Großklaus, Berlin
- Prof. Dr. Rainer Hehrmann, Hannover
- Prof. Dr. Helmut Heseker, Paderborn
- Prof. Dr. Volker Hesse, Berlin
- Prof. Dr. Franz A. Horster, Hilden
- Prof. Dr. Gerhard Jahreis, Jena
- Prof. Dr. Klaus Mohnike, Magdeburg
- Prof. Dr. Friedrich Schöne, Jena
- Prof. Dr. Dr. h. c. Peter C. Scriba, München (Ehrensprecher)
- Prof. Dr. Günter Wolfram, München
Die Satzung des Arbeitskreises Jodmangel e.V. finden Sie hier
Fördernde Unternehmen
Der Arbeitskreis erhält Fördermittel von Unternehmen der deutschen Salzindustrie (Südwestdeutsche Salzwerke) sowie von pharmazeutischen Herstellern von Jodtabletten und speziellen Nahrungsergänzungsmitteln (SteriPharm). Die Mittel werden für die Bereitstellung von Informationsmaterial, Informationskampagnen und administrativ-organisatorische Aufwendungen sowie den arbeitskreis-relevanten wissenschaftlichen Informationsaustausch, nicht jedoch für Honorarzahlungen an Wissenschaftler oder sonstige Personen verwendet.