Empfehlungen zur Jodversorgung

 

Der Jodbedarf des Körpers wird vor allem durch die Schilddrüsenhormonbildung bestimmt. Diese variiert in Abhängigkeit von Alter und Stoffwechselsituation. Der Jodbedarf verändert sich also im Laufe des Lebens. Jugendliche und Erwachsene benötigen täglich etwa 200 Mikrogramm des lebenswichtigen Bausteins. Schwangere und Stillende brauchen mehr.

Jodbedarf

Personengruppe Alter Jod (Mikrogramm (μg)/Tag)
Säuglinge 0-4 Monate 40
4-12 Monate 80
Kinder 1-4 Jahre 100
4-7 Jahre 120
7-10 Jahre 140
10-13 Jahre 180
Jugendliche und Erwachsene 13-51 Jahre 200
Erwachsene 51 Jahre und älter 180
Schwangere 230
Stillende 260

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Empfehlungen des AKJ

Für Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit (Jodbedarf: 230 bzw. 260 µg/Tag):

  • Verwendung von Jodsalz im Haushalt
  • Verwendung von mit Jodsalz hergestellten Lebensmitteln (Brot, Backwaren, Wurst, Käse, Fertiggerichte)
  • 1-2x pro Woche Seefisch (beispielsweise: Seelachs, Scholle, Schellfisch, Kabeljau)
  • täglich Milch und Milchprodukte
  • Ergänzende Einnahme von Jodtabletten mit 100 bis 150 Mikrogramm Jod pro Tag zur Bedienung des erhöhten Jodbedarfs (hier: Absprache mit dem behandelnden Arzt – eine „Doppelmedikation“ von Jod durch zusätzliche Einnahme von jodhaltigen Kombinationspräparaten oder Nahrungsergänzungsmitteln sollte vermieden werden).
  • Für Säuglinge (Jodbedarf: 40-80 µg/Tag):

  • Gestillte Säuglinge von Müttern, die ihren Jodbedarf ausreichend decken, sind genügend mit Jod versorgt. Bei unzureichend mit Jod versorgten Müttern droht dem Säugling ein Jodmangel
  • Verwendung von mit Jod angereicherter Säuglingsmilch für nicht (mehr) gestillte Säuglinge
  • Verwendung von mit Jod angereicherter Beikost ab dem 6. Monat (z.B. Getreidebreie, Fleisch-Kartoffel-Gemüsebreie)
  • Wird die Beikost hauptsächlich selbst hergestellt (ohne Jodzusatz), so empfiehlt sich die zusätzliche Gabe eines Jodsupplements an den Säugling (50µg/d)
  • Für Kinder (Jodbedarf 100-180 µg/Tag), Jugendliche und Erwachsene (Jodbedarf 180-200 µg/Tag):

  • Regelmäßiger Verzehr von Seefisch und Milch
  • Ausschließliche Verwendung von Jodsalz oder Jodsalz mit Fluorid im Haushalt
  • In Kantinen, Betriebsrestaurants, Mensen, Gaststätten etc. darauf achten, dass die Speisen mit Jodsalz zubereitet sind
  • Verzehr von mit Jodsalz hergestellten Lebensmitteln (vor allem Back- und Fleischwaren)
  • Ernährungsempfehlungen

    frau im supermarkt

    Foto: fotolia – Gina Sanders

    Um die Jodversorgung sicherzustellen, sollte einmal, besser zweimal wöchentlich Seefisch verzehrt werden. Auch Milch und Milchprodukte sind gute Jodlieferanten und sollten deshalb zum täglichen Speiseplan gehören. Für die Speisenzubereitung im Privathaushalt ist die ausschließliche Verwendung von Jodsalz zu empfehlen. Mit Jodsalz mit Fluorid kann gleichzeitig der Zahnkaries vorgebeugt werden. Deshalb ist im Haushalt dieses Salz zu bevorzugen. Eine weitere Variante ist Jodsalz mit Fluorid und Folsäure. Folsäure ist vor allem vor und während einer Schwangerschaft wichtig.

    bäckerei

    Foto: fotolia – contrastwerkstatt

    Beim Einkauf in Bäckerei und Metzgerei sind mit Jodsalz hergestellte Produkte zu bevorzugen (nachfragen). Gleiches gilt bei der Auswahl von Fertiggerichten, Tiefkühlware, Fertigsaucen und anderen vorgefertigten Produkten (Zutatenverzeichnis beachten – Jodsalz muss dort aufgeführt sein, wenn das betreffende Lebensmittel damit hergestellt wurde).
    Beim Außer-Haus-Verzehr ist ebenfalls darauf zu achten, ob die Speisen mit Jodsalz zubereitet wurden. Eine verstärkte Nachfrage des Verbrauchers kann zur Angebotssteigerung von mit Jodsalz hergestellten Produkten beitragen.

    Für Patienten mit Bluthochdruck oder anderen Erkrankungen, die eine Einschränkung der Salzaufnahme notwendig machen, stehen jodhaltige Kochsalzersatzmittel zur Verfügung.

    jodtabletten

    Foto: fotolia – sizta


    Jodtabletten

    Sofern kein ausreichendes Angebot von mit Jodsalz hergestellten Lebensmitteln und Speisen zur Verfügung steht, ist die ergänzende Einnahme von Jodtabletten der sicherste Weg zur Jodbedarfsdeckung. Das gilt vor allem für schwangere und stillende Frauen , die einen erheblich höheren Jodbedarf haben. Hier sollte auf jeden Fall der Arzt befragt werden, um Mutter und Kind vor Jodmangelschäden zu schützen. Auch für Veganer sind Jodtabletten eine gute Alternative zur Deckung ihres Jodbedarfs.
     
     
     
     

    Jodallergie?

    Eine sogenannte „Jodallergie“ gibt es nicht. Jod als Ion oder Salz kann keine Allergien auslösen, da es zu klein ist, um als Fremdstoff vom Körper erkannt zu werden. Sehr wohl gibt es Unverträglichkeiten gegen komplexe Jodverbindungen, wie sie in jodhaltigen Röntgenkontrastmitteln, Desinfektionsmitteln oder einigen wenigen Medikamenten zu finden sind. Die Reaktion löst hier allerdings nicht das Jod an sich aus. Auch eine Akne wird mit den nahrungsüblichen Jodmengen weder ausgelöst noch verschlechtert. Jodakne oder Chlorakne sind Symptome, die bei der Gabe von toxischen Dosen dieser Stoffe auftreten. Diese Mengen liegen bis zu 10.000-fach über der zur Jodmangelprophylaxe eingesetzten Dosis.

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