Joddefizit - Folgen und
Symptome
Ohne Jod gerät die Schilddrüse
schwer in Not: Denn enthält die Nah-
rung zu wenig davon, kann sie nicht
genug Hormone herstellen. Um den
Mangel wettzumachen, fängt die
Schilddrüse zu wachsen an, um ihre
Oberfläche zu vergrößern. Es bildet
sich ein Kropf, medizinisch Struma
genannt.
Ständig müde, verfroren, anfällig für
Infekte, unkonzentriert und ohne
Schwung für den Alltag - all dies
können erste Anzeichen für einen
Mangel an Jod bzw. Schilddrüsen-
hormonen bei Erwachsenen sein.
Symptome eines ausgeprägten
Jodmangels sind u. a.:
• trockene, schuppige Haut,
spröde Haare
• Wassereinlagerung im Gesicht,
Verstopfung
• Durchblutungsstörungen,
Antriebslosigkeit
• Heiserkeit, langsame Sprache
Vom Baby zum Schulkind-
Jod für schlaue Köpfe
In der Schwangerschaft ist das
heranwachsende Kind von den
Hormonen bzw. vom Jodangebot
der Mutter abhängig. Ist die Mutter
gut mit Jod und damit mit Schilddrü-
senhormonen versorgt, ist es auch
das Ungeborene. Auf einen Mangel
dagegen reagieren die Nerven- und
Gehirnzellen des Kindes ausgespro-
chen empfindlich:
Fazit:
Auch wer sich gesund
und vollwertig ernährt,
kann dennoch zu wenig
Jod zu sich nehmen.
Schilddrüse:
klein - aber oho
Jod wird von der Schilddrüse zur
Bildung von Schilddrüsenhormonen
benötigt. Mit seinen jodhaltigen
Hormonen steuert das schmetter-
lingsförmige Organ eine Vielzahl von
Körperfunktionen wie Energiestoff-
wechsel, Herzschlag, Blutdruck,
Wachstum und Gehirnentwicklung.
So viel Jod ist notwendig
Personengruppe Empfehlungen für
(Alter in Jahren) Jodaufnahme (µg/Tag)
Kleinkinder (0-59 Monate)
90
Schulkinder (6 bis 12)
120
Jugendliche ab 13
200
Erwachsene
200
Schwangere/Stillende
250
WHO-Empfehlungen
• Bereits eine milde, meist symptom-
freie Schilddrüsen-Unterfunktion
der Mutter lässt den Intelligenz-
quotient des Kindes sinken. Das
belegen Studien.
• Selbst leichte Kropfformen im Neu-
geborenenalter können später zu
Konzentrationsstörungen führen.
Risiken eines Jodmangels:
Ungeborenes:
Erhöhtes Risiko für Fehlgeburten,
Missbildungen und gestörte
Gehirnreifung
Säuglinge/Kleinkinder:
Psychomotorische Entwicklungs-
störungen, verminderte intellektuelle
Leistungsfähigkeit, Hördefekte im
unteren Frequenzbereich, Kropf
Schulkinder/Jugendliche:
verminderte intellektuelle Leistungs-
fähigkeit, Konzentrationsschwäche,
Lernschwäche, erhöhtes Herz-
Kreislauf-Erkrankungsrisiko
Wissenswerte Fakten:
• Nur knapp 75 Prozent der
Schwangeren in Deutschland
nehmen zur Vorbeugung gegen
Jodmangel zusätzlich Jod in
Tablettenform ein,
• nur 40 Prozent von ihnen in
ausreichender Menge.
• Nur 21 Prozent der stillenden
Frauen verwenden Jodtabletten.
• Ein Prozent aller Neugeborenen
kommt hierzulande immer noch
mit einem Kropf zur Welt.
Jod - der unentbehrliche
Baustein
Jod ist für Babys wie für Erwachsene
lebenswichtig. Als Baustein von
Schilddrüsenhormonen nimmt es Ein-
fluss auf Fitness, gesunde Entwick-
lung und Intelligenz. Fehlt es, kommt
es zu schwerwiegenden Störungen.
Besonders fatal wirkt sich Jodmangel
in der Schwangerschaft aus. Da Jod
vom Körper nicht selbst gebildet wer-
den kann, muss es regelmäßig aufge-
nommen werden.
Dank breiterer Verwendung von Jod-
salz hat sich die Versorgung mit Jod
in den letzten Jahren verbessert,
doch liegt die Zufuhr immer noch ca.
ein Drittel unter der wünschenswerten
Menge. Ein Defizit ist vor allem noch
nachweisbar bei:
- schwangeren und stillenden Frauen,
- Neugeborenen, Säuglingen
und Jugendlichen.
Das Spurenelement Jod kommt in
nennenswerten Mengen nur im Meer
vor. In den Böden ist es weltweit
ungleichmäßig verteilt. Nach einer
Definition der Weltgesundheitsorga-
nisation (WHO) zählt Deutschland nur
sehr knapp nicht mehr als Jodmangel-
gebiet. Deswegen muss auch weiter-
hin auf die Jodversorgung geachtet
werden.
Eigenverantwortung gefragt:
Jodtabletten sollten von Schwange-
ren und Stillenden auch auf eigene
Kosten gekauft werden, um den
erhöhten Jodbedarf zu decken.
Die Schilddrüse: Schmetterlingsförmiges Organ im
vorderen Halsbereich unterhalb des Kehlkopfes.
Schwangerschaft und
Stillzeit - Jod für zwei
Der Jodbedarf von werdenden
Müttern steigt mit Beginn der
Schwangerschaft um 25 Prozent
auf 230 µg pro Tag an. Grund dafür
ist u.a. der gesteigerte Energiestoff-
wechsel. Doch nicht nur für sich
selbst brauchen Schwangere mehr
Jod. Das Kind, das bereits ab der
12. Schwangerschaftswoche eigene
Schilddrüsenhormone herstellt, benö-
tigt dieses Spurenelement ebenfalls.
Auch bei stillenden Müttern ist der
Jodbedarf deutlich erhöht.
• Deshalb: In Schwangerschaft und
Stillzeit Jod für zwei aufnehmen.
• Über die Ernährung allein sind
die erforderlichen Mengen aller-
dings nicht zu erreichen. Deshalb
werden täglich 100 (- 150) µg*
Jod in Tablettenform empfohlen.
Babys und Kleinkinder -
genug Jod von Klein an
Damit bereits Babys gut mit Jod
versorgt werden gilt folgendes:
• Babys, die gestillt werden, erhalten
ihre Jodration über die Muttermilch,
sofern die Mutter selbst genügend
Jod zu sich nimmt. Deshalb wäh-
rend der Stillzeit auf eine ausrei-
chende Jodzufuhr achten.
• Bei Flaschenkindern wird die Zufuhr
über jodhaltige, industriell herge-
stellte Säuglingsmilchnahrungen
gesichert.
• Bekommt das Baby Beikost, sollten
beim Einkauf von Gläschen unbe-
dingt mit Jod angereicherte
Produkte bevorzugt werden.
Wird die Beikost über
wiegend selbst herge-
stellt, sollte das Baby
zusätzlich Jod in
Tablettenform
erhalten (50 Mikro-
gramm
/Tag).
• Isst das Kleinkind am
gemeinsamen Tisch
mit, gelten die glei-
chen Empfehlungen
wie für die gesamte
Familie:
Mit Jod
wäre mir das
nicht passiert
In Schwangerschaft und Stillzeit ist Jod doppelt wichtig.
*Bei Einnahme eines Multivitaminpräparates
mit Jod entsprechend weniger.
Wenn Salz -
dann Jodsalz
bzw.
Jodsalz
mit Fluorid.