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Kurzfassung:

Jod ist noch nicht im Lot

Ausgleich des Jodmangels mit Jodsalz muss konsequent weitergeführt werden

In Deutschland hat sich die Jodversorgung in den letzten Jahren zwar spürbar verbessert, ein optimaler Ausgleich des Jodmangels für die gesamte Bevölkerung ist jedoch noch nicht erreicht. Dies belegt auch der aktuelle Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) "Jodversorgung weltweit" vom Dezember 2004. Danach haben 6-12-jährige Schulkinder in Deutschland regionalen Studien zufolge zwar eine im Mittel ausreichende Jodversorgung, 27 Prozent dieser Altersgruppe weisen aber noch einen leichten bis mittleren Jodmangel auf. Das entspricht bundesweit etwa 1,3 Millionen Kinder. Auf die Gesamtbevölkerung bezogen sind dem Bericht zufolge derzeit noch über 22 Millionen Bundesbürger mit Jod unterversorgt.
 
Die WHO, die seit 1993 weltweit Daten zur Jodversorgung erfasst, drängt deshalb auf die Umsetzung eines von ihr entwickelten "Nachhaltigkeitskonzepts der Jodmangelprävention". Danach sollte Jodsalz in mehr als 90 Prozent der Privathaushalte und in mehr als 95 Prozent aller Bereiche der Lebensmittelherstellung und des Speisenangebotes verwendet werden, um dauerhaft eine altersgerechte Jodversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. In Deutschland wird Jodsalz derzeit in etwa 80 Prozent der Haushalte verwendet. Der Anteil an Jodsalz im Lebensmittelgewerbe beträgt dagegen erst 35 Prozent.
 
Versorgungslücken bei Jod hat auch die 2002 bis 2004 durchgeführte bundesweite Studie "Papillon" nachgewiesen, bei der über 96.000 Erwerbstätige untersucht wurden. Auffällige Veränderungen der Schilddrüse durch Kropf oder Knoten wurden hier bei etwa einem Drittel der Untersuchten festgestellt. Bei den jüngeren Arbeitnehmern sind krankhafte Schilddrüsenbefunde allerdings seltener festgestellt worden, was im Wesentlichen auf die Verbesserung der Jodversorgung in den letzten Jahren zurückzuführen ist.

Defizite in der Jodversorgung weist auch eine aktuelle Untersuchung in einer allgemeinmedizinischen Praxis in Gütersloh nach. Danach sind nur etwa 28 Prozent der untersuchten Männer und 36 Prozent der Frauen ausreichend mit Jod versorgt. Die anderen haben zum Teil eine leichte bis gravierende Jodunterversorgung. Ein besonders ausgeprägter Jodmangel wurde bei Schwangeren und Stillenden festgestellt. Sie müssten täglich zusätzlich mindestens 100 Mikrogramm Jod in Tablettenform aufnehmen, um ihren erhöhten Jodbedarf sicherzustellen.
 
Die Vorbeugungsmaßnahmen für einen dauerhaften kontrollierten Ausgleich des Jodmangels vor allem mit Jodsalz müssen deshalb unbeirrt fortgesetzt werden, appelliert der Arbeitskreis Jodmangel. Auch im Ernährungsbericht 2004 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) e. V. wird der Jodversorgungsstatus in Deutschland als unzureichend bezeichnet. Es wird deshalb auch hier gefordert, "dass die allgemeine Verwendung von Jodsalz im Privathaushalt, in der Gemeinschaftsverpflegung und in der industriellen und handwerklichen Herstellung von Lebensmitteln oberste Priorität behalten muss. Regelmäßiger Verzehr von Seefisch und Milch unterstützt diese Maßnahme, kann aber die Verwendung von Jodsalz und damit hergestellten Lebensmitteln nicht ersetzen", so der Ernährungsbericht.

Langfassung (379 KB)


- AKJ -
Groß-Gerau, April 2005

 

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