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Der Frühling und das große Gähnen

Müdigkeit kann auch am Jodmangel liegen - Mit Jodsalz würzen

Die Frühjahrsmüdigkeit ist ein Phänomen, das so sicher kommt wie der Wechsel der Jahreszeiten. Fast die Hälfte der Deutschen ist jährlich davon betroffen. Die Gründe dafür sind vielfältig, wie der Ernährungsmediziner Prof. Olaf Adam vom Universitätsklinikum München feststellt.

Ständig zwischen kalt und mild wechselnde Temperaturen wirken auf den Kreislauf und machen träge. Dann hilft nichts, als ihn mit gesunder Ernährung und viel Bewegung möglichst im Freien wieder auf Trab zu bringen. Dies hat gleich mehrere positive Auswirkungen. Denn auch der Ausgleich zwischen den Hormonen Melatonin und Serotonin stimmt nicht im Frühling. Kurze Wintertage mit wenig Sonne lassen mehr schlafförderndes Melatonin entstehen. Scheint die Sonne, bildet sich vermehrt Serotonin, das ein positives Lebensgefühl bewirkt. Gegen die Müdigkeit und Stimmungstiefs helfen zusätzlich kleine Tricks wie sich selbst etwas zu schenken, oder etwas tun, das einen glücklich macht.

Doch auch falsche Ernährung nennt Adam als Grund für die Frühjahrsmüdigkeit. Vor allem Vitamin C, B 12 und Folsäure sowie Mineralstoffe und Spurenelemente müssen ausreichend in der Nahrung enthalten sein. Wichtig ist ferner, genügend zu trinken, den Alkohol einzuschränken und Übergewicht abzubauen.

Wenn all dies nicht hilft, ist möglicherweise Jodmangel an der Frühjahrsmüdigkeit schuld. Eine Unterfunktion der Schilddrüse zeigt nämlich dieselben Symptome: Man ist müde, träge und schlapp. Jod braucht die Schilddrüse als "Zündkerze" für die Bildung der Hormone. Alle Zellen und Körperfunktionen werden von den Hormonen der Schilddrüse beeinflusst und funktionieren nur optimal, wenn sei unter dem stimulierenden Einfluss der Schilddrüse richtig gesteuert werden.


Weil unsere Nahrung aber zu wenig Jod enthält und immer noch jeder zweite Deutsche von einer jodmangelbedingten Schilddrüsenvergrößerung betroffen ist, muss verstärkt auf eine bedarfsgerechte Versorgung mit Jod geachtet werden. Deshalb empfehlen Experten, möglichst regelmäßig Seefisch und Milchprodukte zu verzehren und im Haushalt auschließlich Jodsalz oder Jodsalz mit Fluorid zu verwenden. Bei Lebensmitteln wie Brot und Fleischwaren sollte danach gefragt werden, ob diese mit Jodsalz hergestellt sind. Bei verpackten Lebensmitteln gibt das Zutatenverzeichnis darüber Auskunft, ob bei der Herstellung Jodsalz verwendet wurde.

Risikogruppen wie Schwangeren, Stillenden und Jugendlichen, die einen erhöhten Jodbedarf haben, empfiehlt der Schilddrüsenexperte Professor Peter C. Scriba vom Arbeitskreis Jodmangel zusätzlich zur jodreichen Grundnahrung nach Absprache mit dem Arzt Jod in Tablettenform einzunehmen. Dreizehnjährige brauchen beispielsweise schon genau so viel Jod wie Erwachsene. Fehlt es in der Nahrung, kann dies u. a. auch nachlassende Leistungen in der Schule erklären, denn Lern-, Merk- und Konzentrationsschwäche sind in vielen Fällen auch auf eine unzureichende Jodzufuhr zurückzuführen.

Ein Mangel an Jod wird häufig auch bei Übergewichtigen festgestellt. Eine Unterversorgung mit diesem Spurenelement macht sie müde, träge und schlapp. Außerdem wird dadurch auch das Abnehmen erheblich erschwert. Dauert die Frühjahrsmüdigkeit länger als der Frühling, sollte der Hausarzt befragt werden.

-AKJ-

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