Druckversion
Presseinfos
Fakten und Forderungen
zur derzeitigen Jodversorgungssituation in Deutschland
- Die Jodversorgung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland hat sich
erfreulich verbessert. So hat nur noch etwa ein Drittel der 6- bis 17-Jährigen
eine infolge Jodmangels leicht vergrößerte Schilddrüse. Fortschritte
sind auch beim Verschwinden von Neugeborenenkröpfen feststellbar. Allerdings
ist bei etwa bei 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen die Jodversorgung
noch nicht zufriedenstellend, 17 Prozent sind sogar noch deutlich unterversorgt.
- Erwachsene, die in ihrer Kindheit und Jugend einem Jodmangel ausgesetzt
waren, sind von dessen Folgen meist lebenslang betroffen. So haben derzeit
noch etwa ein Drittel der Erwachsenen krankhafte Veränderungen an der
Schilddrüse.
- Die ergriffenen Maßnahmen zur Verbesserung der Jodversorgung waren
erfolgreich. Deutschland ist nur noch ein mildes Jodmangelgebiet. Vor allem
der breite Einsatz von Jodsalz in Haushalten, Großküchen, Bäckereien,
Fleischereien und zu einem geringeren Teil auch in der Lebensmittelindustrie
hat wesentlich zu dem heutigen Versorgungsstand beigetragen. Die Jodsalzprophylaxe
gilt deshalb auch als beispielhafte Präventionskampagne.
- Bedenken gegen Jodsalz und jodsalzhaltige Lebensmittel sind unbegründet.
Die mit der Nahrung aufgenommenen Jodmengen, die in Deutschland z. T. noch
weit unter den Zufuhrempfehlungen liegen, lösen weder Schilddrüsenkrankheiten
aus noch verschlechtern sie bestehende. Ein Überangebot an Jod ist mit
Jodsalz ebenfalls nicht möglich, zumal die Jodsalzverwendung freiwillig
ist. Eine regelmäßige Kontrolle der Jodzufuhr sollte allerdings
erfolgen.
- Milch und Milchprodukte sind durch die tierbedarfsgerechte Jodanreicherung
von Kraftfuttermittel für Kühe heute die wichtigsten natürlichen
Jodlieferanten. Ihnen folgen mit Jodsalz hergestellte Fleisch- und Backwaren
(Brot). Seefisch steht nur noch an fünfter Stelle.
- Schwangere und Stillende brauchen zusätzlich zur jodreichen Grundnahrung
eine Jodzufuhr in Tablettenform von täglich etwa 100 (-150) Mikrogramm,
um den erhöhten Bedarf in diesen Zeiten decken zu können. Sie sollten
deshalb umfassend beraten werden. Da Jodtabletten zur Prophylaxe nicht mehr
verordnet werden können, sollten Schwangere und Stillende diese auf eigene
Kosten kaufen.
- Neueren Studien zufolge kann Jod Frauen auch vor gutartigen Brustveränderungen
und Brustkrebs schützen. Ebenso ist der günstige Einflluss von Jod
auf die Intelligenz von Kindern ein wichtiger Faktor, der die Bedeutung von
Jod und die Notwendigkeit einer ausreichenden Jodzufuhr unterstreicht.
- Die Lebensmittelindustrie sollte ähnlich wie das Lebensmittelgewerbe
auf breiter Ebene Jodsalz verwenden. Es ist anzustreben, dass mindestens 70
Prozent aller industriell produzierten Lebensmittel mit Jodsalz hergestellt
werden. Erst dann kann von einer optimalen Jodversorgung der Gesamtbevölkerung
ausgegangen werden.
- Der Jodmangel ist naturbedingt und begleitet den Menschen lebenslang. Er
muss deshalb fortwährend durch Prophylaxe ausgeglichen werden. Nur eine
nachhaltige Jodprophylaxe trägt zur Vermeidung von jodmangelbedingten
Krankheiten bei. Weitere Aufklärung über die Möglichkeiten
der Jodversorgung und den Nutzen von Jodsalz sind daher notwendig.
- AKJ -
Groß-Gerau, September 2007
zurück