Jodsalz bei Hashimoto?

Leserfrage:

Frage von Yvonne M. aus Stuttgart an Professor Dr. Roland Gärtner, Internist und Endokrinologe an der Universität München sowie Sprecher des Arbeitskreises Jodmangel:

Bei mir hat der Arzt kürzlich eine Hashimoto-Thyreoiditis festgestellt. Stimmt es, dass man bei dieser Schilddrüsenerkrankung kein Jodsalz essen darf?

Bei der Hashimoto-Erkrankung handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit. Das bedeutet, der Körper bildet gegen sich selbst, nämlich die Schilddrüse, Abwehrzellen. Dadurch kommt es zu einer Entzündung (Thyreoiditis) und letztlich zur Zerstörung von aktivem Schilddrüsengewebe. Die verbesserte Jodversorgung ist – obwohl dies oftmals behauptet wird – nicht der Auslöser der Hashimoto- Erkrankung. Vielmehr besteht für die Hashimoto-Thyreoiditis eine erbliche Veranlagung.

Eine Jodaufnahme in Höhe des täglichen Bedarfs von 180-200 µg über Fisch, Milch und Milchprodukte sowie Jodsalz und damit hergestellte Produkte bereitet Hashimoto-Patienten keine Probleme. Jod ist und bleibt für den Körper ein lebensnotwendiges Spurenelement und stellt selbst für empfindliche Verbraucher kein Risiko dar. Nur eine sehr hohe Jodzufuhr von über 300 µg pro Tag kann zu einer Erhöhung der entzündlichen Aktivität in der Schilddrüse führen. Daher sollten Hashimoto-Patienten mit aktiver Entzündung vorsorglich auf Jod- und Algentabletten, auf jodhaltige Heilwässer oder algenhaltige japanische Speisen wie zum Beispiel Sushi verzichten. Handelt es sich um eine chronische Entzündung mit bereits bestehender Inaktivität der Schilddrüse, dann schaden auch hohe Jodmengen nicht mehr, da Jod nicht mehr in die Schilddrüse aufgenommen wird.

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