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Jod + Ernährung
 

Jodmangel – Häufigkeit und Kosten

Jodmangel ist ein weltweites Problem. In etwa 54 Ländern der Erde ist einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge die Jodversorgung unzureichend, davon in 14 mangelhaft. Auch Deutschland gehört zu den Jodmangelgebieten. Derzeit gelten lt. WHO-Bericht über 22 Millionen Bundesbürger als jodunterversorgt. Bei etwa einem Drittel der erwerbstätigen Bevölkerung wurden mittels Ultraschall Schilddrüsenvergrößerungen und/oder Knoten nachgewiesen. Viele Betroffene leiden an hormonellen Störungen und an den sich daraus ergebenden, gesundheitlichen Störungen.

Der größte Teil der Jodmangelkröpfe entwickelt sich bis zum 20. Lebensjahr. Besonders risikoreich ist der Jodmangel für Schwangere und Stillende und in der Folge für Säuglinge und Kleinkinder.

Vergrößerte Schilddrüsen zählen zu den 15 häufigsten Diagnosen bei Allgemeinmedizinern, hausärztlichen und fachärztlichen Internisten.
Diagnose und Therapie des Jodmangels und seiner Folgen verursachen in Deutschland jährliche Kosten im Gesundheitswesen von über einer Milliarde Euro. Etwa 60.000 Bundesbürger müssen sich pro Jahr einer Radiojod-Therapie unterziehen. Hinzu kommen knapp 100.000 Bundesbürger, die sich jährlich an der Schilddrüse operieren lassen müssen und und dann in der Regel eine lebenslange medikamentöse Therapie benötigen. Die vorbeugende Wirkung der Jodmangelprophylaxe kommt in diesem Fall nicht mehr voll zur Wirkung.


Derzeitige Situation

Erfreulicherweise haben die vielfältigen Bemühungen zur Verbesserung der Jodversorgung in den letzten Jahren zu sichtbaren Erfolgen geführt. So zeigten einzelne regionale Studien bei Kindern im Alter von 6 - 10 Jahren eine deutlich verbesserte bis ausreichende Jodversorgung; eine Übertragbarkeit der Befunde auf Gesamtdeutschland ist wegen der begrenzten Zahl von untersuchten Kindern aber nicht möglich.

Diese erfreulichen Ergebnisse sollten für alle Ansporn sein, weiter intensiv am dauerhaften und konsequenten Ausgleich des Jodmangels auf Bundesebene mitzuwirken. Den Ergebnissen der bundesweiten Studie "Jod-Monitoring 1996" zufolge fehlen den Bundesbürgern noch etwa 60 bis 80 µg Jod pro Tag, das ist etwa ein Drittel der empfohlenen Zufuhrmenge. Dieses Defizit gilt es zunächst auszugleichen und dann den erreichten Stand zu halten. Jodsalz leistet dabei einen wesentlichen Beitrag.



Grafik: Arbeitskreis Jodmangel
Neugeborene und Kinder profitieren bereits sehr stark von der verbesserten Jodversorgung in Deutschland.
Erwachsene dagegen, die im Jodmangel aufgewachsen sind, leiden häufig noch unter Schilddrüsenkrankheiten und deren gesundheitlichen Auswirkungen.



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