Vegetarier, die auf Fleisch(waren), Wurst, Seefisch und Meerestiere verzichten, haben ein größeres Risiko für eine unzureichende Jodversorgung. Besonders gefährdet sind Veganer, die auch keine Milch(produkte), Käse und Eier zu sich nehmen, da damit weitere Jodlieferanten vom täglichen Kostplan gestrichen werden. Bei einer reichlichen Aufnahme von Gemüse (z.B. Kohl), von Hülsenfrüchten, Samen und Nüssen kann die Aufnahme von bestimmten Inhaltsstoffen ansteigen, die die Jodaufnahme in die Schilddrüse blockieren.
Tierische Lebensmittel (Fleisch, Fisch, Milch, Eier) sind zudem wichtige Lieferanten für die lebenswichtigen Spurenelemente Selen und Eisen. Eine unzureichende Selen- und Eisenversorgung wiederum kann den Schilddrüsenhormonstoffwechsel beeinträchtigen. Selen schützt die Schilddrüse zudem vor einer Schädigung durch "freie Radikale", das sind aggressive Stoffwechselverbindungen.
Vegetarier sollten sich dieser Jodmangelrisiken bewusst sein. Bei "alternativer" Verwendung von Meeresalgen (Rot-, Braunalgen) und Seetang besteht das Problem sehr hoher Jodzufuhren - auch wenn die Algen vor Verzehr und Zubereitung gewässert wurden (siehe Frage 12).
Probleme können sich auch infolge notwendiger Diäten bei Kuhmilch- und Fischallergie oder bei Milchzuckerunverträglichkeit (Laktose-Intoleranz) ergeben. Wichtige Jodlieferanten müssen dann vom Speiseplan gestrichen werden. Hier empfiehlt sich die Rücksprache mit dem Arzt wegen einer Jodtabletteneinnahme.
Bluthochdruckpatienten, die salzempfindlich reagieren und auf die Verwendung
von üblichem Jodsalz verzichten müssen, können auf Kochsalzersatzmittel
mit Jod zurückgreifen. Bei streng salzarmer Diät (sehr hoher Blutdruck,
bestimmte Nierenerkrankungen) muss auf übliche Brot-, Wurstwaren, auf herkömmlichen
Käse u.a. verzichtet und auf diätetische Lebensmittel zurückgegriffen
werden. Wegen der Jodmangelvorsorge sollte der Arzt angesprochen werden.