Bei der Hashimoto-Erkrankung handelt es sich um eine Autoimmunkrankheit. Das bedeutet, der Körper bildet gegen sich selbst, nämlich die Schilddrüse, Abwehrzellen. Dadurch kommt es zur Entzündung (Thyreoiditis) und letztlich zur Zerstörung von aktivem Schilddrüsengewebe. Die Erkrankung wird von den Betroffenen vielfach erst wahrgenommen, wenn sich Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion zeigen (siehe Frage 5).
Die verbesserte Jodversorgung ist - obwohl dies oftmals behauptet wird - nicht der Auslöser der Hashimoto-Erkrankung. Vielmehr besteht für die Hashimoto-Thyreoiditis eine erbliche Disposition. Es sind überwiegend Frauen betroffen, zumeist ab dem 40./50. Lebensjahr. Daher werden hormonelle Veränderungen (Missverhältnis Östrogene/Gestagene) als Auslöser diskutiert.
Ein Selenmangel und dadurch bedingt ein zu geringer Schutz der Schilddrüse vor aggressiven Stoffwechselverbindungen kann vermutlich die chronische Entzündung der Schilddrüse noch verstärken. Beim gesunden Menschen verfügt die Schilddrüse im Vergleich zu anderen Körperorganen über einen hohen Selenvorrat. Die Behandlung der Hashimoto besteht in der Gabe von Schilddrüsenhormonen, oft in Kombination mit Selentabletten.
Eine Jodaufnahme in Höhe des Bedarfs durch Fisch, Milch(produkte), Jodsalz und über Lebensmittel mit Jodsalz bereitet Hashimoto-Patienten keine Probleme. Nur eine sehr hohe Jodzufuhr (über 300 µg pro Tag) kann zu einer Erhöhung der entzündlichen Aktivität in der Schilddrüse führen. Daher sollten Hashimoto-Patienten mit aktiver Entzündung vorsorglich auf Jod- und Algentabletten, auf jodhaltige Heilwässer oder japanische Speisen (Sushi etc.) verzichten.
Handelt es sich um eine chronische Entzündung mit bereits einer Inaktivität der Schilddrüse, dann schaden auch hohe Jodmengen nicht mehr, da Jod nicht mehr in die Schilddrüse aufgenommen wird.
Eine kurzfristige Jodbelastung, z. B. im Rahmen einer Röntgenkontrastmittel-Untersuchung,
ist unbedenklich. Ein Medikament, das zur Behandlung von Herz-rhythmusstörungen
eingesetzt wird (Amiodarone) enthält extrem viel Jod (6 mg/Tag werden damit
zugeführt). Diese extrem hohen Jodmengen (im Milligrammbereich) können
eine Autoimmunthyreoiditis, aber auch Hyperthyreose auslösen. Da dies aber
nur in lebensbedrohlichen Situationen gegeben wird, muss eine mögliche
Schilddrüsenüberfunktion in Kauf genommen und entsprechend behandelt
werden.