Jodversorgung bei Vegetariern und Veganern

frau mit apfel

Foto: fotolia – Travis Hunter

Vegetarier haben ein größeres Risiko für eine unzureichende Jodversorgung, da sie wichtige Jodlieferanten wie Seefisch, Meerestiere, Fleisch und Wurst nicht essen. Bei Veganern ist dieses Risiko noch erhöht, da sie zusätzlich auch keine Milch und Milchprodukte, Käse oder Eier zu sich nehmen

Aber gerade tierische Lebensmittel sind wichtige Lieferanten für Jod. Denn wie wir Menschen auch, sind Tiere auf Jod angewiesen. Daher wird das Tierfutter zugunsten der Tiergesundheit mit Jod angereichert. Über den Verzehr tierischer Produkte gelangt das Jod auch in unseren Körper.
Seefisch enthält von Natur aus viel Jod.

Tierische Produkte liefern darüber hinaus die lebenswichtigen Spurenelemente Selen und Eisen. Erhält der Körper davon zu wenig, kann das den Schilddrüsenhormonstoffwechsel beeinträchtigen. Selen schützt die Schilddrüse zudem vor einer Schädigung durch „freie Radikale”, also aggressive Stoffwechselverbindungen.

Pflanzliche Lebensmittel enthalten im Gegensatz zu tierischen Produkten kaum Jod. Denn in heimischen Böden, Acker- und Weideflächen sowie im Trinkwasser kommt das Spurenelement nur in sehr geringen Mengen vor. Da es wasserlöslich ist, wird es kontinuierlich mit dem Regenwasser, durch Bewässerungsmaßnahmen und über die Flüsse aus Böden und Gesteinsschichten in Richtung Meer ausgewaschen. Gemüse und Obst tragen daher nur etwa drei Prozent zur Jodversorgung bei. Darüber hinaus enthalten Gemüse, Hülsenfrüchte, Samen und Nüsse sogenannte Goitrogene. Diese Inhaltsstoffe hemmen zusätzlich die Jodaufnahme in der Schilddrüse, wodurch eine Unterversorgung verstärkt werden kann.

Gesundheitliche Risiken einer Jodmangelversorgung

Wird der Körper nicht regelmäßig mit Jod versorgt, kommt es zu Störungen des Stoffwechsels, zu Organveränderungen und Krankheiten. Ständige Müdigkeit, Antriebsschwäche oder trockene Haut sind erste Anzeichen eines Jodmangels. Dann kann auch ein so genannter Kropf entstehen, eine durch Jodmangel hervorgerufene Wucherung der Schilddrüse.

Ernährungsempfehlungen des AKJ

Eine Verwendung von Jodsalz in allen Lebensmitteln trägt zur Verbesserung des Jodhaushalts bei. Auch bei Fertigprodukten sollten Sie auf die Bezeichnungen „jodiertes Speisesalz” oder „Jodsalz” achten. Für Vegetarier bieten sich auch Milch und Milchprodukte als Jodlieferanten an. Wie bei Fleisch und Wurst gelangt auch hier das Jod über angereicherte Futtermittel in unseren Körper.
Daneben kann auch ein Gespräch mit dem Hausarzt helfen. Dieser kann bei Bedarf empfehlen Jodtabletten einzunehmen. Vorsicht ist beim Konsum von Meeresalgen und Seetang als Jodlieferant geboten. Diese können extrem hohe Jodmengen enthalten, an die der Schilddrüsenstoffwechsel von Mitteleuropäern – anders als bei der Bevölkerung in Asien – nicht angepasst ist.

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