Jodversorgung bei Senioren

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Deutschland ist seit einiger Zeit kein ausgewiesenes Jodmangelgebiet mehr. Aber aufgrund des früheren jahrzehntelangen schweren Jodmangels ist bei Senioren (älter als 65 Jahre) etwa jeder Zweite von einem Kropf oder einer Knotenschilddrüse betroffen.

Diese können von einer Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion begleitet werden. Neben den allgemeinen Krankheitssymptomen kommen im hohen Lebensalter noch Depressionen und subjektive Allgemeinbeschwerden hinzu. Eine Schilddrüsenunterfunktion als Ursache wird hierbei aber nicht immer erkannt.

 
 

Gesundheitliche Risiken eines Jodmangels

Die Schilddrüse steuert unter anderem den Energiestoffwechsel, die Regulation der Körpertemperatur, das Herz-Kreislaufsystem und die Stimmung. Wird die Schilddrüse dauerhaft mit Jod unterversorgt kommt es zu gesundheitlichen Problemen. Denn die Schilddrüse reagiert mit einer eingeschränkten Bildung von Schilddrüsenhormonen, was zu einer Unterfunktion führt.
Bei länger andauerndem Jodmangel kann sich die Schilddrüse außerdem krankhaft vergrößern. Es entwickelt sich ein Jodmangelkropf. Größere Kröpfe üben Druck auf Speise- und Luftröhre sowie die Blutgefäße im Halsbereich aus. Es kann zu Schluckbeschwerden, Luftnot und Beklemmungsgefühl kommen. Bei länger bestehenden Kröpfen können Veränderungen des Schilddrüsengewebes und die Bildung von Knoten die Folge sein.

Ernährungsempfehlungen des AKJ

Mit zunehmendem Alter sinkt bei den meisten Menschen der Energieverbrauch. Der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen bleibt jedoch gleich. Senioren sollten deshalb auf ausgewogene Ernährung achten, die an ihre jeweiligen Bedürfnisse angepasst ist. Jodmangel ist kein spezielles Altersproblem, kommt bei Senioren aber häufiger vor.
Ein geeigneter Jodlieferant ist zum Beispiel Seefisch. Aufgrund der Beschaffenheit des Fischfleisches ist er auch gut geeignet für Menschen mit Kau- und/oder Schluckbeschwerden. Seefisch enthält auch das wichtige Spurenelement Selen, welches vielen älteren Menschen fehlt. Selen ist wichtig für das Immunsystem und schützt die Schilddrüse außerdem vor freien Radikalen.
Seefisch sollte deshalb mindesten ein bis zwei Mal wöchentlich auf dem Speiseplan stehen.

Auch Milch und Milchprodukte können als Jodlieferanten dienen. Viele Menschen haben im Alter jedoch Probleme mit der Verträglichkeit. In diesem Fall kann auch auf Kefir, Buttermilch und ähnliche Produkte zurückgegriffen werden. Da zur Tiergesundheit, das Tierfutter mit Jod angereichert wird, sind auch Wurstwaren eine Möglichkeit den Körper mit Jod zu versorgen. Da sie neben Jod aber auch viel Fett enthalten, sollten Fleisch und Wurst nur in Maßen verzehrt werden.
Zusätzlich sollte statt einfachem Salz immer Jodsalz verwendet werden. Nach dem Motto: „Wenn Salz , dann Jodsalz“.

Vorsicht ist geboten bei Seetang und Algen als Jodlieferanten. Diese decken in asiatischen Ländern den Jodbedarf. Sie enthalten jedoch sehr viel Jod. Dieses plötzliche Überangebot kann hierzulande insbesondere bei älteren Menschen Fehlfunktionen der Schilddrüse verursachen. Denn durch den jahrelangen chronischen Jodmangel, hat sich die Schilddrüse angepasst und reagiert empfindlich auf derart hohe Mengen.

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