Algen – gute Jodlieferanten?

Leserfrage:

Frage von Lisa M. aus Köln an Professor Dr. Roland Gärtner, Internist und Endokrinologe an der Universität München sowie Vorsitzender des Arbeitskreises Jodmangel.

Ich habe gehört, dass Algen viel Jod enthalten und eine gute Option sind, den Jodbedarf zu decken. Stimmt das?

„Es ist richtig, dass Algen teilweise sehr viel Jod enthalten. Aber genau das kann zum Problem werden: Mit bis zu 6.500 Milligramm Jod pro Kilogramm Trockenprodukt liefern sie Mengen des Spurenelementes, an die der Schilddrüsenstoffwechsel von Europäern nicht angepasst ist. Denn anders als im asiatischen Raum, wo Algen beispielsweise in Form von Sushi ein alltäglicher Bestandteil der Ernährung sind, herrscht hierzulande ein milder Jodmangel. Durchschnittlich werden täglich nur etwa 125 Mikrogramm Jod aufgenommen – statt, wie von der DGE empfohlen, zwischen 180 und 200 Mikrogramm. Eine ungewohnt hohe Jodzufuhr, wie durch Algen, kann dann insbesondere für Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen wie Morbus Basedow, Hashimoto oder heißen Knoten kritisch werden.

Neben dem hohen Jodanteil ist auch die Belastung mit Schwermetallen problematisch. Wie eine aktuelle Untersuchung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zeigt, stecken in Algen oft beträchtliche Mengen an Blei, Cadmium, Aluminium und Arsen [1]. Laut BVL ist davon auszugehen, dass Algen diese in besonderem Maße aus dem Wasser anreichern. Wer längerfristig hohe Mengen an Schwermetallen aufnimmt, bei dem kann es zu gesundheitlichen Problemen wie Herz-Kreislauf-, Nieren- oder Knochenerkrankungen kommen.

Am zuverlässigsten und sichersten lässt sich der Jodbedarf decken, wenn jodiertes Speisesalz im Haushalt verwendet wird. Zudem ist es ratsam, auch bei Fertigprodukten auf die Bezeichnungen „jodiertes Speisesalz” oder „Jodsalz” in der Zutatenliste zu achten und regelmäßig Seefisch, Milch- und Milchprodukte zu verzehren. Wer nicht auf Algen verzichten möchte, sollte diese nicht täglich auf den Speiseplan setzen und folgenden Rat des Bundesinstituts für Risikobewertung beherzigen [2]: Beim Kauf von Algenprodukten sei darauf zu achten, dass der Jodgehalt sowie die maximal täglich empfohlene Verzehrmenge angegeben sind.“

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Quellen:

[1] Pressemeldung „BVL weist auf Probleme bei der Heißhaltung von Speisen hin“, Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, 26.11.2014, https://idw-online.de/de/news615274 (abgerufen am 12.03.2015)
[2] Stellungnahme „Gesundheitliche Risiken durch zu hohen Jodgehalt in getrockneten Algen“, Bundesinstitut für Risikobewertung, 12.06.2007, http://www.bfr.bund.de/cm/343/gesundheitliche_risiken_durch_zu_hohen_jodgehalt_in_getrockneten_algen.pdf (abgerufen am 12.03.2015)


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Herausgeber:

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Laura Zimmer, Dirk Fischer, Daniel Schwind
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Telefon: 069 / 2470 6796
Fax: 069 / 7076 8753
E-Mail: ak@jodmangel.de
www.jodmangel.de

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