Jodmangel während der Schwangerschaft senkt IQ des Kindes

Studie untersucht Zusammenhang zwischen der Jodversorgung der Mutter und Intelligenz des Kindes

Frankfurt, 21.08.2013 (akj) – Bereits ein leichter Jodmangel während der Schwangerschaft kann sich negativ auf den IQ des Ungeborenen auswirken. Das hat ein britisches Forscherteam um Sarah C. Bath, Ernährungswissenschaftlerin an der University of Surrey, herausgefunden.

Die Studie untersuchte den Zusammenhang der mütterlichen Jodzufuhr während der ersten Schwangerschaftsmonate und dem IQ der Kinder im Alter von acht Jahren. Zur Bestimmung des Jodhaushalts testeten die Forscher Urinproben von 985 Müttern. Das Ergebnis: Kinder, die als Föten nicht ausreichend mit Jod versorgt worden waren, schnitten bei den Tests schlechter ab, als Heranwachsende, deren Mütter ausreichen Jod aufnahmen. Je größer dabei der Jodmangel der Mutter, desto niedriger war später der IQ des Kindes. Diese betroffenen Kinder hatten außerdem mehr Schwierigkeiten fremde Texte vorzulesen und zu verstehen.
Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher selbst unter Berücksichtigung anderer Faktoren, welche die geistigen Fähigkeiten von Kindern beeinflussen, wie zum Beispiel die Umgebung, die emotionale Stabilität oder der Bildungsstand der Mutter.

„Bisher gab es nur Untersuchungen zu den Auswirkungen von schwerem Jodmangel. Diese Studie ist eine der ersten, die sich mit den Auswirkungen von leichtem bis mittlerem Jodmangel beschäftigt hat“, erklärt Prof. Dr. Roland Gärtner, Internist und Endokrinologe an der Universität München sowie Sprecher des Arbeitskreises Jodmangel. „Ihre Ergebnisse zeigen, dass auf diesem Gebiet noch viel Arbeit nötig ist, da viele Mütter nicht oder nur unzureichend über die Folgen eines Jodmangels aufgeklärt sind.“

Die durch den Jodmangel verringerte geistige Leistung könne dazu führen, dass die Kinder es im späteren Leben schwieriger haben, einen guten Schulabschluss oder einen guten Job zu bekommen. „Werdende Mütter sollten deshalb auf ihre besonderen Anforderungen in Bezug auf Jodbedarf achten“, rät der Experte. Die WHO empfiehlt für Schwangere eine tägliche Jodzufuhr von 250 µg. Gute Jodquellen sind Milch- und Milchprodukte sowie Seefisch, der mindestens zwei Mal pro Woche auf dem Speiseplan gehört. Außerdem sollte im Haushalt ausschließlich jodiertes Salz verwendet werden. Doch eine ausgewogene Ernährung reicht für die meisten Schwangeren nicht aus, um den erhöhten Jodbedarf zu decken“, warnt Professor Gärtner. „Deshalb sollten während dieser Zeit täglich zusätzlich 100 bis 150 Mikrogramm Jod in Tablettenform eingenommen werden.“

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Quellen:

[1] Bath, Sarah C.; et al: Effect of inadequate iodine status in UK pregnant women on cognitive outcomes in their children: results from the Avon Longitudinal Study of Parents and Children (AL-SPAC). Lancet. 2013; 382(9889):331-7. doi: 10.1016/S0140-6736(13)60436-5.
[2] WHO Statement: Reaching Optimal Iodine Nutrition in Pregnant and Lactating Women and Young Children. http://www.who.int/nutrition/publications/micronutrients/WHOStatement__IDD_pregnancy.pdf

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