„Wenn Salz dann Jodsalz“

Salzarme Ernährung muss nicht zu einem Jodmangel führen

Mediziner empfehlen, für eine bessere Gesundheit weniger Salz zu essen. Doch gerade Jodsalz versorgt den Körper mit dem lebensnotwendigen Mineralstoff Jod. Salzarm heißt aber nicht zwingend jodarm. Im Gegenteil: Wenn Verbraucher und Lebensmittelhersteller ausschließlich Jodsalz verwenden, lässt sich bei einer Salzreduktion die Jodversorgung sogar noch verbessern.

Derzeit nehmen Europäer etwa acht bis zwölf Gramm Salz täglich zu sich. Dabei empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) maximal fünf bis sechs Gramm. Mit einer salzarmen Ernährung würden laut BfR weniger Verbraucher mit Bluthochdruck eine Therapie benötigen und einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erleiden. Aktuelle Studien zeigen, dass ein zu geringer Salzkonsum ebenfalls mit einem erhöhten Herzkreislaufrisiko verbunden ist. Beim Verzehr von Salz kommt es also auf ein gesundes Mittelmaß an. Darüber hinaus spielt die Auswahl des Salzes eine entscheidende Rolle. „Salz in Form von jodiertem Speisesalz ist eine wichtige Jodquelle in unserer Ernährung und dient der Jodmangelprophylaxe“, erläutert Prof. Dr. Roland Gärtner, Internist und Endokrinologe aus München und Sprecher des Arbeitskreises Jodmangel. Mit der empfohlenen Menge von fünf bis sechs Gramm Jodsalz pro Tag können bereits 50 Prozent des Jodbedarfs gedeckt werden. Die andere Hälfte stammt aus jodhaltigen Lebensmitteln wie Milch und Seefisch.

„Weniger Salz zu essen heißt folglich nicht, auf die Vorbeugung eines Jodmangels zu verzichten, wenn Verbraucher und Lebensmittelhersteller ausschließlich jodiertes Speisesalz verwenden „, so Professor Gärtner. Daher empfehlen der Internationale Rat zur Überwachung von Jodmangelkrankheiten ICCIDD (International Council for the Control of Iodine Deficiency Disorders), die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF eine generelle Anreicherung des Salzes mit dem essentiellen Mineralstoff Jod und dessen Verwendung in Haushalt und Nahrungsmittelindustrie.

Weniger Salz, mehr Jodsalz

In privaten Haushalten wird bereits zu 85 Prozent Jodsalz verwendet. Allerdings trägt das Haustafelsalz nur mit einem Zehntel zur täglichen Salzaufnahme bei. Der größere Teil stammt mit 90 Prozent aus Fertiglebensmitteln wie Brot, Wurst und Tiefkühlkost. Von diesen Lebensmitteln werden in Deutschland jedoch nur knapp 30 Prozent mit Jodsalz hergestellt. Dies beeinflusst die Jodbilanz negativ. „Denn selbst wenn im eigenen Haushalt ausschließlich Jodsalz verwendet wird, nimmt der Durchschnittsbürger von den empfohlenen 5 Gramm Salz täglich lediglich etwa 1,85 Gramm in Form von Jodsalz zu sich. Hier besteht noch Handlungsbedarf“, kommentiert Professor Gärtner. Laut ICCIDD sollten daher vor allem in Industriestaaten wie Deutschland Lebensmittelhersteller und –handwerk vermehrt Jodsalz verwenden. „Diese Umstellung würde es erlauben, selbst bei einer salzärmeren Ernährung den Körper ausreichend mit Jod zu versorgen und damit einem Jodmangel vorzubeugen.

Jod: Kleine Menge große Wirkung

Jod ist ein essentielles Spurenelement, das der Körper für die Herstellung von Schilddrüsenhormonen benötigt. Diese steuern den gesamten Stoffwechsel. Bekommt der Körper nicht genügend Jod, sind Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, ständige Müdigkeit, depressive Verstimmungen, sowie trockene, schuppige Haut, Verdauungsstörungen und geringe Abwehrkräfte die Folge. Bei langanhaltendem Jodmangel kann sich ein Kropf, eine Vergrößerung der Schilddrüse, entwickeln. Da Schwangere und Stillende besonders viel Jod benötigen, sollten Sie auf Jodtabletten zurückgreifen. Dies gilt besonders dann, wenn sie eher selten Milch und Milchprodukte verzehren, die einen hohen Jodgehalt haben. Grundsätzlich empfiehlt der Arbeitskreis Jodmangel, ein- bis zweimal pro Woche Seefisch sowie regelmäßig Milchprodukte zu essen, zu Hause ausschließlich mit Jodsalz zu würzen und beim Einkaufen auf Lebensmittel zu achten, die mit Jodsalz statt einfachem Salz hergestellt werden – nach dem Motto: „Wenn Salz – dann Jodsalz“.

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Tabelle: Vergleich Jodversorgung (Rechenbeispiel)

Ist-Situation mit 10g Salz/Tag (Durchschnittswerte)

Ort Anteil am Gesamtsalzkonsum Menge Jodsalzgehalt Aufnahme Jodsalz Aufnahme Jod
Haushalt 10% 1g 100% 1g 20µg
Lebensmittelindustrie- und handwerk 90% 9g 30% 2,7g 54µg
Gesamt 100% 10g 37% 3,7g 74µg

 
Ideal-Werte bei 5g Salz/Tag (Durchschnittswerte)

Ort Anteil am Gesamtsalzkonsum Menge Jodsalzgehalt Aufnahme Jodsalz Aufnahme Jod
Haushalt 10% 0,5g 100% 0,5g 10µg
Lebensmittelindustrie- und handwerk 90% 4,5g 100% 4,5g 90µg
Gesamt 100% 5g 100% 5g 100µg
Bildmaterial:

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Herausgeber:

Arbeitskreis Jodmangel e.V.
Organisationsstelle
Laura Zimmer, Dirk Fischer
Leimenrode 29, 60322 Frankfurt
Telefon: 069 / 2470 6796
Fax: 069 / 7076 8753
E-Mail: ak@jodmangel.de
www.jodmangel.de

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