Sportler haben höheren Jodbedarf

Leistungsfähigkeit nicht verschwitzen

Sportler müssen viel trinken – aber Achtung! Wer viel trinkt, verliert lebensnotwendiges Jod, da es über den Urin aus dem Körper ausgespült wird. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Thomas Remer, Wissenschaftler am Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Karlsruhe und stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises Jodmangel.

In der Studie untersuchten die Wissenschaftler, wie sich die Trinkmenge auf den Jodhaushalt auswirkt. „Die Teilnehmer ernährten sich nach einem strikten Diätplan, sodass die Jodzufuhr bei allen Testpersonen vergleichbar war“, erklärt Prof. Remer. Trinken konnten sie dagegen je nach individuellem Bedarf, jedoch ausschließlich jodarme Getränke. Das Ergebnis: Je größer die Trinkmenge der Teilnehmer war, desto mehr Jod fanden die Wissenschaftler in ihrem Urin.

Aber nicht nur die Trinkmenge beeinflusst den Jodhaushalt. Durch den Sport kommt der Stoffwechsel auf Touren. Der Kalorienumsatz wird angekurbelt, mehr Muskelmasse gebildet und der Aufbau von Energiespeichern in den Muskeln angeregt. Dies erhöht insgesamt den Bedarf an Schilddrüsenhormonen und letztlich auch an Jod, das für die Hormonbildung benötigt wird. Jodverluste über den Schweiß wirken diesem Bedarf entgegen. Ohne genügend Jod sinkt jedoch die Leistungsfähigkeit. Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, ständige Müdigkeit und depressive Verstimmungen können die Folge sein.

Gerade Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen oder Radfahren sowie neue Trendsportarten wie Tai-Bo, Aerobic und Spinning erfreuen sich großer Beliebtheit und lassen den Schweiß fließen. Diese Flüssigkeit muss ausgeglichen werden – am besten über kalorienarme Getränke wie Mineralwasser, gekühlte Tees oder Fruchtsaftschorlen. Mindestens zwei Liter empfehlen Experten pro Tag. Sportler können ruhig mehr trinken. „Auf gar keinen Fall sollten sie jedoch aus Angst vor Jodverlusten ihre Trinkmenge einschränken“, warnt Prof. Remer. „Sinnvoller ist es, den Mangel an Jod durch eine abwechslungsreiche Ernährung auszugleichen.“
Besonders jodreiche Lebensmittel sind zum Beispiel Seefisch und andere Meerestiere. Auch Milch und Milchprodukte enthalten Jod und sollten deshalb täglich auf dem Speiseplan stehen. Aber das allein reicht noch nicht: Auch Jodsalz liefert einen wichtigen Beitrag zur Jodversorgung. „Zu Hause ausschließlich mit Jodsalz würzen und beim Einkaufen mit Jodsalz hergestellte Lebensmittel wie Brot- und Wurstwaren bevorzugen“, lautet der Tipp von Professor Remer – nach dem Motto: „Wenn Salz – dann Jodsalz“

Quellen:

[1] Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE), foodmonitor 04.01.2011
[2] Joner SA, Shi L, Remer T (2010) Higher Urine Volume Results in Additional Renal Iodine Loss. Thyroid 20(12): 1391-1397

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E-Mail: ak@jodmangel.de
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