Jodversorgung verbessert, aber noch nicht ausreichend

Studie weist auf nur noch geringen Jodmangel bei Kindern hin

Die Jodversorgung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland hat sich erfreulich verbessert. Das zeigen die jetzt im Bundesgesundheitsblatt veröffentlichten Ergebnisse des vom Robert Koch-Instituts durchgeführten Jodmonitorings innerhalb der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS-Studie)“. Die bisherigen Maßnahmen zur Verbesserung der Jodversorgung waren demnach erfolgreich. Entwarnung kann allerdings noch nicht gegeben werden. Vor allem gilt es, die Nachhaltigkeit der Jodversorgung zu sichern.

Bei der Untersuchung von mehr als 17.000 Kindern und Jugendlichen wurde mittels Ultraschall die Größe der Schilddrüse gemessen. Daraus lässt sich ableiten, ob die Schilddrüse Normalgröße hat oder in Folge eines Jodmangels vergrößert ist. Außerdem wurden Blutwerte ausgewertet und die Jodausscheidung über den Urin gemessen. Letztere ist auf die Gesamtbevölkerung bezogen ein verlässlicher und international anerkannter Maßstab für die Jodaufnahme über die Nahrung.

Bei der Auswertung der Messergebnisse des Schilddrüsenvolumens stellten die Experten bei immer noch 36 Prozent der 6 bis 17-Jährigen eine wenn zum Teil auch nur geringe Vergrößerung infolge Jodmangels fest. Diese tritt jedoch umso häufiger auf, je älter die Kinder sind. Ein besonders auffälliger Volumenanstieg der Schilddrüse machte sich bei männlichen Jugendlichen ab dem 14. Lebensjahr bemerkbar. Dies stellt zu diesem Zeitpunkt zwar noch keine Erkrankung dar, zeigt aber, dass die Jodversorgung noch nicht ausreichend ist.

Die gemessenen Jodwerte im Urin ergaben, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierten Ausscheidungskriterien zwar erfüllen, diese sich aber an der untersten Grenze bewegen. Im Durchschnitt wurden bei den Untersuchten 117 Mikrogramm Jod je Liter Urin ermittelt ( WHO-Wert 100 – 200 Mikrogramm je Liter). 40 Prozent der ermittelten Werte liegen unter 100 Mikrogramm/Liter und 17 Prozent sogar unter 50 Mikrogramm/Liter Urin. Auch dies zeigt, dass noch nicht für alle Kinder und Jugendliche eine ausreichende Jodversorgung erreicht ist.

Als Fazit leiten die Experten aus den Studienergebnissen ab, dass die seither ergriffenen Jodierungsmaßnahmen erfolgreich waren und sich die Jodversorgung im Vergleich zu früher verbessert hat. Dazu hat vor allem Jodsalz beigetragen, das derzeit in mehr als 80 Prozent der Haushalte sowie in vielen Großküchen, Bäckereien und Fleischereien verwendet wird. Begrüßt wird von den Experten, dass durch die tierbedarfsgerechte Jodierung von Futtermitteln auch Milch und Milchprodukte zu wichtigen Jodquellen geworden sind, die deshalb regelmäßig verzehrt werden sollten.
Um die Jodversorgung auf Dauer sicherzustellen, fordern die Experten der Studie, alle Anstrengungen zum Ausgleich des Jodmangels beizubehalten und möglichst weiter auszubauen. Dazu gehört auch die weitere Aufklärung der Bevölkerung über den Nutzen von jodiertem Speisesalz. Außerdem plädieren sie für ein stärkeres Engagement seitens der Lebensmittelwirtschaft, um den rückläufigen Trend bei der Jodsalzverwendung in gewerblich und industriell hergestellten Lebensmitteln nicht nur zu stoppen, sondern längerfristig auf etwa 70 Prozent anzuheben (WHO-Forderung 90 Prozent). Gefordert wird ferner eine regelmäßige Kontrolle der Jodversorgung der Bevölkerung durch qualitativ hochwertige Studien, um bei Bedarf evtl. Strategien und gesundheitspolitische Maßnahmen anpassen zu können.
– AKJ –

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