Rauchen ist auch für die Schilddrüse von Schwangeren eine Gefahr

Studie weist erhöhte Kropfbildung durch Rauchen nach

Rauchen erhöht das Risiko für viele Erkrankungen. Neben Herzinfarkt, Schlaganfall und Lungenkrebs kann Rauchen auch zu einer Schilddrüsenerkrankung führen. Dies bestätigen u. a. auch die Ergebnisse der SHIP-Studie (Study of Health in Pomerania). Danach haben in Vorpommern Raucher gegenüber Nichtrauchern ein um 1,4 bis 2,1-faches erhöhtes Risiko, eine vergrößerte Schilddrüse (Kropf) und daraus resultierende Schilddrüsenkrankheiten zu bekommen.

Rauchen ist also auch für die Schilddrüse ein erheblicher Risikofaktor, so Priv.-Doz. Dr. Henry Völzke vom Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Greifswald, vor allem wenn die Jodversorgung ohnehin schon unzureichend ist. Besonders häufig kommt es bei rauchenden Frauen zu einer Schilddrüsenvergrößerung, aus der sich von Fall zu Fall auch eine Schilddrüsenunterfunktion entwickeln kann. Grund dafür ist die durch das Rauchen bedingte erhöhte Thyozyanatkonzentration im Blut. Diese Substanz behindert die Jodaufnahme der Schilddrüse und fördert somit bei einer ohnehin schon knappen Jodversorgung die Kropfbildung zusätzlich. Die gleichen Effekte sind übrigens auch bei Passivrauchen nachweisbar, allerdings in etwas abgeschwächter Form.

Ein erhöhtes Risiko gehen vor allem Frauen ein, die während der Schwangerschaft und Stillzeit rauchen. Durch die „Jodblockade“ und die Thyozyanatbelastung der Mutter kann nämlich auch das Kind im Mutterleib mit Jod unterversorgt und dessen Schilddrüse so mit Thiozyanat belastet werden, dass es bereits mit einem Kropf auf die Welt kommt. Rauchen Frauen auch während der Stillzeit, reduziert dies den Jodgehalt der Muttermilch – mit oft schwerwiegenden Folgen – meist geistigen und körperlichen Entwicklungsstörungen – für das Kind.

Nicht nur Rauchern empfiehlt Dr. Völzke daher ein besonderes Augenmerk auf eine ausreichende Jodversorgung zu werfen. Neben dem regelmäßigen Verzehr von Seefisch, Milch und Milchprodukten rät der Experte unbedingt zur ausschließlichen Verwendung von Jodsalz im Haushalt und zum Kauf von Lebensmitteln, die mit Jodsalz hergestellt sind. Schwangere und Stillende, die ohnehin einen erhöhten Jodbedarf haben, sollten zusätzlich noch Jodtabletten einnehmen, um gesundheitliche Schäden bei sich und ihrem Kind zu vermeiden.

Groß-Gerau, August 2006
AKJ www.jodmangel.de/

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